Wo es juckt, da lebt man

Das machen diese Monster mir jeden Abend klar.

Und es juckt gewaltig, ich stech mich selbst und quäle mich durch mein Manuskript.

Ich verabschiede mich von den besten, lustigsten, emotionalsten Stellen, freiwillig, und merke, so schwer es mir fällt, das MS wird besser. Das als kurzer Zwischenstand, mir fehlt die Zeit für lange Blogeinträge. Einen Tipp habe ich noch für alle, die ähnlich unter der Überarbeitung ihres Textes leiden. Kürzt nicht den Text, kürzt den Entwurf. Wenn ihr vorher die Szenen in Stichpunkten umrissen habt, setzt dort an. Es hilft, Schwächen zu erkennen und großzügig umzuplanen, ohne gefühlsduselig am Text hängenzubleiben.

Eines meiner Probleme ist, die Geschichte kommt nicht schnell genug in Schwung. Lese ich den Text, tut es mir wahnsinnig leid um diese großartige Stelle, diesen noch nie dagewesenen Gag. Kürze ich dagegen den Entwurf, schmeiße ich ganze Szenen raus, denn das muss ich, um den Anfang zu straffen. Ich frage nur noch, müssen die Leute wirklich ins Internetcafé gehen, das ist doch unendlich langweilig. Nein, müssen sie nicht. Sie gehen nirgendwohin, Cut, nächster Tag. – Dann erst schaue ich in den Text und speichere die Stellen, an denen ich hänge, zwischen. Vielleicht kann ich sie später noch woanders verwerten, vielleicht habe ich dann aber gar keinen Bedarf mehr, alles ist möglich.

Es ist ein bisschen wie fotografieren: Wenn ich eine Bauernfamilie porträtiere, muss mein Maserati nicht aufs Bild. Dann lieber noch eine Autoserie machen.

Dank nochmals an alle, die mich so getröstet haben.