Liebe Welt, wie geht es dir? Mir geht es gut.

Bühne Bad Saarow

Die letzten Monate habe ich mit Lesen verbracht (Ian Rankin, Don Winslow, Howard Linskey), mit Sonne, Meer und Gebirge (Sardinien) und mit viel Arbeit im Brotjob (Grafik). Nebenbei ist mein kleiner Medizinkrimi fertig geworden. Er wurde von der Herausgeberin tatsächlich hocherfreut angenommen und geht nun seinen Gang. Mit etwa 22.000 Zeichen ist er nicht so komprimiert wie die anderen Kurzgeschichten, die sich als E-Books bei Ihr-wisst-schon umtun, und doch zieht er sich nicht hin, behaupte ich einmal. Ich mag ihn. Ein fieser Text, der Körper auseinander nimmt. So ist das eben, wenn aufgeräumt wird: Zwischendurch gibt es einen Moment, in dem alles verstreut herumliegt. Meine Mutter nannte das immer „Papiere sortieren“, aber bei Körpern ist es nicht anders, und am Ende kommt alles in die richtige Box.

Ende April las ich meine „Letzten Gäste in Bad Saarow“ eben dort, in der Bühne am Bahnhof. Der Festsaal ist ein ganz besonderer Ort, wie ihr an der roten Lampe sehen könnt und an diesem wunderbaren Sofa, auf dem ich zusammen mit sieben anderen Mörderischen Schwestern vortragen durfte nacheinander acht Mörderische Schwestern vortrugen:

Das Sofa in Bad Saarow

Später, nachdem alle gelesen hatten und wir beim Wein saßen, kamen Zuhörer zu mir und wollten gerne mehr von mir lesen. Ihr glaubt nicht, wie gut das tut.

Anfang Juni stieg dann die Lange Buchnacht, und auch da bedauerten zweie, die bis zum Schluss blieben, nichts von mir am Büchertisch kaufen zu können. Vielleicht muss ich doch noch einmal ernsthafter meinen Roman an Verlage schicken. Bei X und bei Y wurde er abgelehnt, aber nach allem, was ich inzwischen über den Buchmarkt weiß, war ich da sowieso an der falschen Adresse, und die Hoffnung ist ja bekanntlich ein zähes Ding.

Tschüs, liebe Welt, ich freue mich, von dir zu hören.
deine angela