Lesung des Nachts

Aufregende Zeiten sind das. Die Lesung in Wünsdorf war wie erträumt: die Stimmung gelöst, die Vorträge allesamt gut, das Publikum beruhigend lachend und somit die eigene Aufregung vergessen. Die Mörderischen Schwestern haben mir einen eindrucksvollen Abend ermöglicht. Danke, liebe Schwestern! (Werter Max Goldt, ich möchte nicht schreiben „einen inspirierenden Abend“, aber ich tanke durch die Schreibenden und Zuhörenden um mich herum tatsächlich die Energie, die der Alltag so gerne aus mir heraus schlürft, die ich jedoch zum Schreiben – und Bloggen – brauche. Ist das nun Inspiration? Oder eine gewisse Förderung?)

Am 12. Mai folgt die nächste Lesung, im Rahmen der Langen Buchnacht im Max und Moritz (Kreuzberg, Oranienstraße). Es ist wieder eine Ladies Crime Night, das heißt, nach sechs Minuten wird die Autorin verbellt, erschossen, von der Bühne geschrien usw., sie bricht ab und verrät in der Pause auch den nettesten Zuhörern nicht, wie es weitergeht. Dumm, dass ich kein Buch habe, in dem man meine Geschichte weiterlesen könnte. In Wünsdorf habe ich fragende Leute auf mein Blog vertröstet.

An dieser Stelle werden also irgendwann „Die letzten Gäste in Bad Saarow“ vollständig zu lesen oder gar zu hören sein. Der erste Absatz? Na jut:

Die letzten Gäste in Bad Saarow

Teil eins seines Plans hatte geklappt, sie waren mit der Bahn nach Bad Saarow gefahren. Kostspielig, die Ferienwohnung, doch würde dieser Abend günstiger bleiben als alle Alternativen. Jenny stand vor Fernseher und Receiver, presste die Daumen auf die Fernbedienungen, mal so und mal so, und sie fluchte, als wäre er nicht im Raum. Wortlos nahm er ihr die Geräte ab und schaltete mit zwei Handgriffen ein Boulevardmagazin ein.

Kommet zuhauf! Gönnt euch was! Jenny tut es auch.

lange Buchnacht im Max und Moritz Kreuzberg Oranienstraße